Tipp: Bank Payment Obligation (BPO)

Neues Zahlungsinstrument im internationalen Handel: Die Bank Payment Obligation (BPO)

Sollte Ihr Unternehmen bisher noch nicht exportieren, sind die Steuerberater der RTS  - im Rahmen eines Mandates - qualifizierte Begleiter, beim Einstieg in das komplexe Thema Außenhandel und dessen Anforderungen an Fakturierung, Buchführung und Einhaltung steuerrechtlicher Vorschriften.

Nachfolgend möchten wir auf ein modernes Finanzprodukt zur Finanzierung von Exportgeschäften aufmerksam machen, welches für Export „Einsteiger“ und Experten gleichermaßen interessant sein dürfte.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Effizienz der Logistik im internationalen Warenverkehr derartig gesteigert, dass die Auslieferung der Ware oft schneller erfolgt als die Bearbeitung von Akkreditiven.

Eine Lieferung ohne Akkreditiv ist für den Lieferanten im internationalen Handel ein enormes Risiko. Die Vorkasse ist insofern nicht die Lösung, da sie vom Käufer meist als nicht akzeptables Risiko erachtet wird.

Als mögliche Alternative zum Akkreditiv wurde die BPO entwickelt.

 

Am 1. Juli 2013 traten die „Einheitlichen Richtlinien für die Bank Payment Obligation“ (URBPO) in Kraft, welche von der Internationalen Handelskammer (ICC) zusammen mit Vertretern von SWIFT, internationalen Banken und der Industrie erstellt wurden. Die BPO ist ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen einer Bank an eine andere, nach erfolgreichem elektronischem Abgleich vereinbarter Handelsdaten am Fälligkeitstag, Zahlung zu leisten.

Die BPO ist kein elektronisches Akkreditiv. Sie kann den Umfang der Risikoabsicherung eines Akkreditivs nicht vollständig ersetzen, da keine Handelsdokumente präsentiert und von Banken geprüft werden. Stattdessen erfolgt die der Zahlung Abwicklung aufgrund von elektronischen Handelsdaten, welche eine solide Vertrauensbasis der Handelspartner voraussetzt.

Der elektronische Abgleich der Handelsdaten erfolgt über die Bank des Käufers bzw. Verkäufers. Die Banken haben für einen elektronischen Datenabgleich Zugriff auf spezielle Plattformen. SWIFT zum Beispiel, bietet dafür die Trade Service Utility (TSU) an.

SWIFT hat bekannt gegeben, dass mittlerweile 56 Bankengruppen in 42 Ländern Zugang zur Matching-Plattform TSU haben, um die BPO zu realisieren.

Die abzugleichenden Daten werden im Vorfeld zwischen dem Käufer und dem Verkäufer als so genannte Baseline festgelegt. Nach Versand bzw. Verladung der Ware, stellt der Verkäufer die relevanten Handelsdaten über seine Bank für den elektronischen Abgleich gegen die Baseline zur Verfügung. Nach erfolgreichem „Matching“ wird die BPO zugunsten der Bank des Verkäufers erstellt. Die Bank des Käufers (= BPO-Obligorbank) gibt gegenüber der des Verkäufers (= BPO-Empfängerbank) ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen ab, bei Fälligkeit den Rechnungsbetrag zugunsten des Verkäufers zu bezahlen. Zusätzlich hat der Verkäufer die Möglichkeit, sich ein vereinbartes Zahlungsziel unter der BPO finanzieren zu lassen.

Der Käufer hat mittels der BPO die Möglichkeit, sein Zahlungsziel zu verlängern und gleichzeitig dem Verkäufer eine Finanzierung unter seinem Kreditrating anzubieten. Das entspricht dem Finanzierungsmodell von Approved Payables Finance (auch Reverse Factoring) im Bereich Supply Chain Finance (SCF).

Unser Fazit:

Sollte Ihre Hausbank nicht selbst BPO’s im Portfolio haben, hat sie eventuell einen entsprechenden Partner. Die RTS Unternehmensberater sind Ihnen - im Rahmen eines Mandates - bei der Recherche gerne behilflich.

 

Links zu „BPO“ Banken:

Commerzbank

Unicredit

Avaloq

Hypovereinsbank

 

[Stand: 3. April 2017, Infoabteilung RTS Steuerberater]

Hinweis der RTS | Steuerberatung Baden-Württemberg

 

Die fachlichen Informationen auf dieser Seite sind der Verständlichkeit halber kurz gehalten und können die individuelle Beratung durch die Steuerberater der RTS nicht ersetzen. Die Informationen sind sorgfältig zusammengestellt und recherchiert, jedoch ohne Gewähr.