Wissen: Untervermietung (Airbnb)

Steuerliche Aspekte der kurzfristigen Untervermietung (Airbnb)

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Teilen ist das neue Haben! Das Phänomen der Sharing Gesellschaft ist mittlerweile allgegenwärtig. Heute teilen wir Autos, Arbeitsplätze und manche sogar ihren privaten Wohnraum.

In Portalen wie Airbnb, Wimdu oder 9Flat können Sie ihr Zuhause oder ein Zimmer davon kurzfristig für ein Entgelt teilen.

Die Idee dahinter – eine gemeinsame, zeitlich begrenzte Nutzung von Ressourcen, die der Einzelne nicht dauerhaft benötigt.

Aus reiner Nächstenliebe teilt natürlich keiner! Den freudigen Übernachtern stehen die eigentlichen Besitzer dieser Wohnung gegenüber, die sich mit der kurzfristigen Untervermietung etwas dazu verdienen. Damit Sie ruhig schlafen können, verraten wir Ihnen worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihren privaten Wohnraum kurzfristig untervermieten möchten.

Erzielung von Einnahmen über die Plattform

Die erzielten (Unter-)Mieteinnahmen sind grundsätzlich steuerpflichtig, auch wenn Sie nur gelegentlich Ihren Wohnraum teilen.

Ob Sie tatsächlich Steuern zahlen müssen, hängt allerdings stark von Ihrer individuellen Situation ab.

Einzige Ausnahme

Für den Fall, dass Sie Ihre Wohnung nur geringfügig vermieten, beispielsweise während Sie Ihren Sommerurlaub in Italien genießen, gönnt der Staat Ihnen einen steuerfreien Zuverdienst in Höhe von 520 €. So hoch ist die Freigrenze für eine vorübergehende Untervermietung.

Ausgaben geltend machen
Ihren Untervermietungseinnahmen stehen Ausgaben wie z. B. die Hauptmiete, Portalgebühren, Reinigungsgebühren und Versicherungen entgegen. Soweit diese sich auf die Zeit der Untermietung beziehen und anteilig oder direkt zuordenbar sind, können diese angesetzt werden und Ihre Vermietungseinkünfte schmälern.

Was ist mit der Umsatzsteuer?
Die Einkommensteuer ist nicht die einzige Abgabe die auf Sie zukommen kann. Generell ist die kurzfristige (Unter-) Vermietung umsatzsteuerpflichtig. Die Meisten können jedoch aufatmen, denn um Umsatzsteuer zahlen zu müssen, müssen Ihre Einnahmen schon sehr beträchtlich sein. Umsatzsteuer muss nur dann gezahlt werden, wenn Ihr Bruttoumsatz mehr als 17.500 € im Vorjahr und voraussichtlich 50.000 im laufenden Jahr beträgt.

Erlaubnis des Vermieters - Fragen Sie lieber einmal nach!

Sie selbst sind nur Mieter und nicht Eigentümer des unter zu vermietenden Objektes? Dann fragen Sie ihren Vermieter um Erlaubnis. Denn, ohne Erlaubnis des Vermieters darf ein Mieter seine Wohnung oder einzelne Zimmer der Wohnung nicht an Dritte untervermieten, sonst droht ihm im schlimmsten Fall der Rausschmiss.

Vorgaben des Bundeslandes und einzelner Städte beachten
In Städten wie Berlin oder Hamburg kann es sein, dass Sie gar nicht oder eingeschränkt kurzeitig Ihre Wohnung teilen dürfen. Durch öffentliche Vorschriften können solche Kurzzeitvermietungen durch das so genannte Zweckentfremdungsverbot nicht erlaubt bzw. Genehmigungspflichtig sein.

Die Finanzverwaltung hat deutlich gemacht, die Besteuerung derartig neuer Geschäftsmodelle ernst zu nehmen. Informieren Sie sich deshalb frühzeitig über die steuerrechtliche Behandlung und die Risiken.

Hinweis der RTS | Steuerberatung Baden-Württemberg

Die fachlichen Informationen auf dieser Seite sind der Verständlichkeit halber kurz gehalten und können die individuelle Beratung durch die Steuerberater der RTS nicht ersetzen. Die Informationen sind sorgfältig zusammengestellt und recherchiert, jedoch ohne Gewähr.


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