Vermietung von Werbeflächen auf dem PKW

Werbung auf dem privaten PKW


Wollen Sie Ihren Mitarbeitern ein steuerliches Extra zukommen lassen, ohne dass dafür Steuern und Sozialabgaben fällig werden?

Möglich ist dies durch die Anmietung einer Werbefläche auf dem PKW des Mitarbeiters. Damit kein lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn vorliegt, muss ein vom Arbeitsvertrag unabhängiger Mietvertrag über die Vermietung der Fläche auf dem Auto mit dem Mitarbeiter geschlossen werden.

Bei der Vertragsgestaltung ist darauf zu achten, dass es sich bei der Werbefläche um eine entsprechend große und werbewirksame Fläche handelt, für die auch ein Fremder den Mietpreis zahlen würde. Werbungen auf Kennzeichenhalterungen seien heutzutage üblich und weit verbreitet, Vergütungen dafür würden aber nicht geleistet. Zahlungen dafür sind dann als steuerpflichtigen Arbeitslohn einzustufen. Des Weiteren sollten keine Klauseln enthalten sein, die bei Wegfall der Werbefläche einen Anspruch auf Barlohn in gleicher Höhe begründen und die Verträge sollten nicht nur den eigenen Arbeitnehmern angeboten werden. Für den Nachweis beim Finanzamt empfiehlt es sich, Fotos von der Fahrzeugwerbung zu machen und diese zusammen mit dem Vertrag bei den Steuerunterlagen aufzubewahren.

Die durch die Fahrzeugwerbung erzielten Einnahmen sind vom Mitarbeiter und ggf. weiteren Empfängern als sonstige Einkünfte gem. § 22 Nr. 3 EStG bei der Einkommensteuer zu versteuern. Werden jedoch höchstens 21 Euro pro Monat gezahlt, sind keine Steuern auf diese Einkünfte zu bezahlen. Denn sonstige Einkünfte sind pro Jahr bis zu 255,99 Euro steuerfrei.

Werbung auf dem Geschäftswagen


Bei den Kosten für Werbelackierungen bzw. Werbebeschriftungen auf Fahrzeugen ist für die steuerliche Einordnung zwischen folgenden Möglichkeiten zu differenzieren. Handelt es sich dabei um ein eigenständiges Wirtschaftsgut, sind sie Teil der Anschaffungskosten oder führen sie zum sofortigen Betriebsausgabenabzug.

Die Kosten für die Werbelackierung können nicht als eigenständiges Wirtschaftsgut aktiviert werden, hierfür fehlt es an der selbstständigen Verwertbarkeit, da sie weder ohne das Fahrzeug genutzt noch veräußert werden kann. Steuerrechtlich fehlt es an der selbstständigen Bewertbarkeit, da die Lackierung ihre Werbewirkung nur im Funktionszusammenhang mit der Nutzung des Fahrzeugs entfalten kann.

Eine Einbeziehung der Aufwendungen in die Anschaffungskosten des Fahrzeugs scheidet ebenfalls aus, da die Werbelackierung nicht zur Herstellung der Betriebsbereitschaft des Fahrzeugs erforderlich ist.
Die Kosten stellen somit Werbekosten und damit sofort abziehbare Betriebsausgaben dar. Dies gilt auch dann, wenn die Werbelackierung vor Inbetriebnahme des Fahrzeugs erfolgt.

Hinweis der RTS | Steuerberatung Baden-Württemberg

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